Kuniberg Berufskolleg Nachrichten

Kompaktseminar für das Auslandspraktikum

07.02.2012 22:40

 

Am 4./5. Februar absolvierten 36 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums und des Bildungsganges Kaufmännischer Assistent am Kuniberg Berufskolleg ein Kompaktseminar zur Vorbereitung auf das vier- bzw. sechswöchige Auslandspraktikum.

Es gab viel zu tun – und direkt nach der 45-minütigen Busfahrt, die an der Jugendherberge Reken endete, ging es los. Herr Drotleff und Frau Thommes, die die Gruppe an diesem Wochenende begleiteten, nahmen bei klirrender Kälte alle Schüler auf einen etwa 40-minütigen Spaziergang durch den nahe gelegenen Wald mit. Nach einer halben Stunde wurde den verdutzten Spaziergängern die Aufgabe gestellt, in den Ländergruppen eigenständig den Weg zurück zur Jugendherberge zu finden. Die überraschten Schüler lösten diese Aufgabe mehr oder weniger zügig.

Nach dem Mittagessen folgte ein Workshop zur Körpersprache, den Herr Ginterstorfer gekonnt leitete. Sinn der Seminareinheit: Im Ausland begegnen den Praktikanten fremde Kulturen, Sitten und Bräuche. Durch den Workshop wurden sie dafür sensibilisiert, auf eigene und fremde körpersprachliche Signale zu achten, damit peinliche Situationen möglichst vermieden werden. Die Kuniberg-Europäer möchten in den Zielländern Schweden, Finnland, Irland, England, Belgien, Spanien, Ungarn und Rumänien einen möglichst positiven Eindruck hinterlassen.

Am Abend schauten einige Auslandspraktikanten aus dem vergangenen Schuljahr in Reken vorbei. Die Abiturienten reichten den Zwölftklässlern ihre konkreten Erfahrungen und lebendigen Eindrücke weiter: Wie sieht die Unterkunft aus? Wo kann man einkaufen – und was wurde gekocht? Welche Kleiderordnung galt es in den Betrieben zu beachten? Klappte die Verständigung? Gibt’s da auch Diskos, Kneipen …? Was kann man an den Wochenenden tun? „Solche Informationen ‚straight from the horse's mouth‘ sind nicht zu bezahlen“, befand Schüler Mike Stachon, den es übrigens nach Irland zieht.

Nach einer kurzen Pause hob sich der Vorhang für das Kuniberg-Kino: Gezeigt wurde Willkommen bei den Sch’tis (Regie: Dany Boon). Der Film verdeutlicht auf feinsinnig-komische Weise die Situation, in der sich die Praktikanten in wenigen Wochen befinden werden. Er vermittelte die Botschaft, dass eine fremde Kultur allmählich gar nicht mehr fremd oder gar bedrohlich erscheint, wenn man Vorurteile überwindet, wenn man sich offen zeigt und wenn man die Menschen und deren Lebensumstände gerade wegen ihrer Andersartigkeit wertschätzt. Am nächsten Tag wurden einzelne Szenen aus dem Film analysiert und auf unterschiedliche Situationen, die während des Praktikums auftreten könnten, übertragen.

Am Sonntag absolvierten die angehenden Auslandspraktikanten unter Herrn Bombas fachkundiger Anleitung ein Sicherheitstraining im bereits vertrauten Waldgelände. Es ging in unterschiedlichen Übungen darum, das gegenseitige Vertrauen zu stärken sowie grundlegende Techniken der Selbstverteidigung und der Deeskalation einzuüben. „Im Ausland ist es noch wichtiger als daheim, dass wir uns auf die anderen in der Gruppe verlassen können. Ebenso wichtig ist es, Gefahrenquellen schnell zu erkennen und in Gefahrensituationen kompetent zu handeln“, weiß Virgilia Hölscher.

Am letzten Nachmittag des Wochenendes arbeiteten die Schüler in den Ländergruppen zusammen. Sie sammelten Informationen über ihre Zielländer aus Reiseführern, stellten Wochenendtrips zusammen und entwarfen situationsbezogene Dialoge in der jeweiligen Landessprache.

Kurz vor 19 Uhr war man dann nach zwei vollgepackten, aber lehrreichen und kurzweiligen Seminartagen wieder am Kuniberg.

Jakob Muraschkowski

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