21.02.2012 08:50
Der Besuch der Integrierten Handelsschule des Kuniberg Berufskollegs bietet ausgezeichnete Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung im Einzelhandel und im Bereich Lager-Logistik. Mit dem Beginn des zweiten Schulhalbjahres ist das Projekt „Ganzheitliches Integrationscoaching“ (GINCO) offiziell gestartet. Mehr als 20 Schülerinnen und Schüler der Handelsschule haben sich seit Anfang des Jahres mit Erfolg um eine Teilnahme beworben.
Ins Leben gerufen und mit über 65.000 Euro finanziert wurde GINCO von der Agentur für Arbeit Recklinghausen. Es ist das einzige berufsorientierende Projekt, das sich an berufsbildende Schulen richtet und derzeit in 15 Modellagenturen umgesetzt wird. „Wir sind froh, mit GINCO ein Projekt für die Jungendlichen anbieten zu können, die sich in einer beruflichen Schule befinden, jedoch nicht in einem Ausbildungsverhältnis stehen. Ihnen kommt umfassende Unterstützung auf ihrem Weg in eine betriebliche Ausbildung beziehungsweise sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu“, erläutert Marcus Kowalczyk, Leiter der Agentur für Arbeit in Recklinghausen.
Umgesetzt wird das Projekt auf dem Kuniberg in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum des Handels. Die regional anerkannte Einrichtung hat das Testverfahren und die Auswertungsgespräche im Januar mit den Handelsschülern geleitet. Die Mitarbeiter Gregoria-Carmen Brito Alayon und Erkan Sarigülle führten diese gemeinsam durch, Letztgenannter begleitet das Projekt als „Coach“ im Berufskolleg.
„Für unsere Schüler stellt GINCO eine einmalige Chance dar, den Sprung in die Ausbildung zu schaffen“, betont Brigitte Strenge, die als Koordinatorin der Handelsschule den Start des Projekts vorbereitet. Besonders gut findet es die Pädagogin, dass die Coaches den Schülern auch im ersten halben Jahr ihrer Lehrzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.
In den vergangenen Wochen haben die beiden Unterstufen-Klassen im Gebäude des Bildungszentrums einen Kompetenz-Test absolviert. In Assessement-Center-Übungen sind die Voraussetzungen der Schüler für eine Ausbildung im Einzelhandel beziehungsweise im Logistikbereich sowie ihre persönlichen Kompetenzen getestet worden. Die Ergebnisse wurden grafisch aufbereitet und den jungen Prüflingen in persönlichen Gesprächen ausführlich erläutert. „Der eine oder andere hat gestaunt, dass seine eigene Wahrnehmung von den Beobachtungen der Mitarbeiter des Bildungszentrums erheblich abweicht – und das sowohl positiv als auch negativ“, berichtet Brigitte Strenge.
Die beiden Coaches haben ihre Schützlinge schon beim Testverfahren begleitet. Während der eigentlichen Projektphase betreut Erkan Sarigülle die Schüler, die entweder für den Einzelhandel oder die Lager-Logistik fachspezifisch unterrichtet werden, intensiv. „Wenn etwas nicht wie geplant läuft, übernimmt Herr Sarigülle zum Beispiel auch Hausbesuche“, informiert die Koordinatorin der Handelsschule. Er ist auch der erste Ansprechpartner beim mehrwöchigen Betriebspraktikum, das die Schüler im Frühjahr absolvieren. Danach sucht er gemeinsam mit ihnen einen geeigneten Ausbildungsplatz.