11.02.2012 16:38
„Einmal hin, alles drin“ – nach diesem Motto organisiert das Kuniberg Berufskolleg bereits zum vierten Mal am 11. Februar (Samstag nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse) einen Informations- und Beratungstag. Jugendliche, die am Ende dieses Schuljahres die Fachoberschulreife erwerben, sind gemeinsam mit ihren Eltern eingeladen, sich an diesem Tag über die vielfältigen Angebote des Kuniberg Berufskollegs zu informieren.
Die Verantwortlichen des Wirtschaftsgymnasiums, des Bildungsgangs Kaufmännische Assistenten, der Höheren Handelsschule und der Handelsschule möchten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr mit allen Interessierten konkret ins Gespräch kommen. „Es bietet sich wiederum die Gelegenheit, auf individuelle Fragen und Bedingungen einzugehen“, versichert Schulleiter Dr. Walter Schulte.
Im Präsentationsforum des Kuniberg Berufskollegs stellen sich am 11. Februar darüber hinaus die Gruppen, Projekte und Initiativen vor, die das Leben der „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ prägen und bereichern. Dazu gehören beispielsweise die Auslandspraktika, das Angebot „Studieren Probieren“, der mehrfach ausgezeichnete Weltladen und die Schüler-Vertretung (SV).
06.02.2012 21:42
Grüße aus Panama City trudelten jetzt auf dem Kuniberg ein. Natascha Strenger, die zurzeit ein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Panama absolviert, hat sich bei ihrer ehemaligen Schule gemeldet. „Die Arbeit hier ist äußerst abwechslungsreich und inspirierend. Ich bin schon froh, durch den Besuch des Wirtschaftsgymnasium mit Fremdsprachenkorrespondenz am Kuniberg Berufskolleg diese Richtung eingeschlagen zu haben“, schreibt die „Ehemalige“ mit einer leicht nostalgischen Note.
Natascha Strenger baute 2005 ihr Abitur am Kuniberg Berufskolleg und arbeitete anschließend sechs Monate als Volontärin in einem Museum in Quito, Ecuador. Von 2006 bis 2009 studierte sie Anglistik und Romanistik (Spanisch) an der Ruhr-Uni Bochum und immatrikulierte sich dann im Masterstudiengang „European Culture and Economy“. Seit einem Jahr arbeitet sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen. Zurzeit ist sie Praktikantin an der Deutschen Botschaft in Panama.
Seitdem Natascha Strenger während ihrer Zeit am Kuniberg Berufskolleg in den USA einen Hauch der großen weiten Welt eingeatmet hatte, zog es sie immer wieder ins Ausland. Kaum war sie (nach dem Volontäraufenthalt in Ecuador und einem Praktikum in Neuseeland) wieder eine Weile in Deutschland, plagte sie erneut das Fernweh. Was lag da näher, als sich um ein Praktikum an einer deutschen Auslandsvertretung zu bewerben? Ansprechend ist die Arbeit in einem internationalen und interkulturellen Umfeld allemal.
Die Internationalität und Interdisziplinarität ihres Masterstudiengangs fand Natascha Strenger in diesem Praktikum definitiv wieder. VWL-Kenntnisse aus dem Studium – aber auch die Grundlagen aus den Kuniberg-Zeiten – sind für ihre Recherchen und Berichte unentbehrlich. Ohne ein Spanisch-Studium wäre sie allerdings am panamaischen Spanisch verzweifelt.
Panama gilt als das einzige Land der Erde, in dem die Taxifahrer sich selbst aussuchen, wo sie hinfahren. Nicht selten steht Natascha Strenger in Panama City am Straßenrand und winkt ein Taxi nach dem anderen heran, nennt ihr Ziel, nur um die Fahrer kopfschüttelnd weiterfahren zu sehen. Irgendwann wird sie dann aber doch mitgenommen – was sie nach fünf Minuten schon wieder bereut, weil sie merkt, dass sie schneller an ihr Ziel käme, würde sie einfach nebenher laufen.
Die Erfahrungen, die Natascha Strenger während ihres Praktikums an der Deutschen Botschaft von Panama sammelt, sind in vielerlei Hinsicht einzigartig und auch ein wenig abenteuerlich: Was sie an dem Praktikum beim Auswärtigen Amt besonders reizt, ist das vielseitige Berufsbild eines Diplomaten und gleichzeitig die Möglichkeit, das Land erkunden zu können, dessen Schönheit schon von Janosch gepriesen wurde. Auch freut sie sich darauf, ihr eingerostetes Spanisch aufzufrischen.
Wenn man allerdings die von Tiger und Bär gepriesene Schönheit Panamas sucht, so sollte man nicht unbedingt zur Regenzeit und auch nicht nach Panama-Stadt reisen: Tropische 30 Grad und gefühlte 100 Prozent Luftfeuchtigkeit sind prinzipiell auszuhalten, werden allerdings wirklich unangenehm, wenn der Bau einer neuen U-Bahn Linie (mit der deutschen Tunnelbohrmaschine „Martha“) zu einem tagelangen Wasserausfall führt. So beeindruckend die Skyline – gesehen vom historischen Stadtkern aus – auch ist, die echte Schönheit Panamas erlebt man meist dann, wenn man dem Lärm und Trubel der Großstadt mal für ein Wochenende entkommen kann.
Die Arbeit im diplomatischen Dienst ist, nicht zuletzt wegen der wechselnden Einsatzgebiete rund um den Globus, sehr abwechslungsreich. Die Praktikantin wird in der kleinen Botschaft von Panama in sämtliche Arbeitsbereiche eingebunden: Von dem Verfassen wirtschaftspolitischer Berichte und der Vorbereitung bilateraler Abkommen über die Organisation von Konzerten und Filmvorführungen bis hin zu Besuchen deutscher Inhaftierter im panamaischen Frauengefängnis ist alles dabei. Auch fehlten „typische“ Praktikantenaufgaben wie das Aufhängen von Plakaten oder das Erledigen von Einkäufen nicht.
Zu den besonderen Highlights der Arbeit im Kulturbereich gehören die Begegnungen mit den Musikern des deutschen Streichquartetts SIGNUM sowie der Regisseurin Iris Disse bei der Präsentation ihres Films „Siguiendo las Estrellas“ (zu Deutsch: Den Sternen folgend). Sehr bemerkenswert sind Veranstaltungen der Vereinten Nationen zum Weltentwicklungsreport und zum Weltaidstag 2011, die Natascha Strenger im Auftrag der Botschaft besuchen darf. Ein wenig stolz ist sie jedes Mal, wenn sie es nach langem Wälzen zahlreicher Informationsquellen auf Spanisch und Englisch schafft, Berichte über die politische oder wirtschaftliche Lage Panamas an das Ausländische Amt in Berlin zu senden.